Der Film beginnt als ein Selbstporträt, in dem der in Ecuador geborene, und seit 10 Jahren in Deutschland lebende Dario Aguirre sich als einen nach der eigenen Identität Suchenden in den Mittelpunkt rückt. Bei einer spielerischen Recherche hat er Männer gefunden, die den gleichen Namen wie er tragen, und mit der Kamera begibt er sich auf einen Selbstversuch, bei dem er fünf von diesen Darios besuchen und ein paar Tage mit ihnen leben wird. In den zwei Monaten dieser Reise besucht er einen Psychologen in Mexiko, einen Rentner in Buenos Aires, einen Soldaten in Patagonien, einen Maler in Cordoba und einen arbeitslosen werdenden Vater in Feuerland.

Am Ende des Kontinents begegnet er dem neuen Beginn des Lebens – dies ist nur eine der Fügungen dieses Films, der durch die Offenheit und Neugierde überzeugt, mit denen der Filmemacher sich in neue Erfahrungen stürzt. Er lässt sich jeweils auf das Leben des anderen Dario Aguirre ein, lernt mit dem Taxifahrer Auto fahren, mit dem Maler zeichnen, mit dem Offizier schießen und probiert so verschiedene andere Existenzen aus. Dabei bleibt das spielerische Moment vorherrschend, nach existentiellen Tiefen sollte man in diesem Film nicht suchen. Er hat eher einen impressionistischen Ansatz und ist manchmal einfach nur ein travelogue, in dem Aguirre zeigt, was ihm auf seiner Reise interessant erschien.

Aber durch die Namensverwandtschaft öffnen sich ihm eben auch die Türen dieser fünf völlig unterschiedlichen Männer – sie alle lassen sich auf sein Experiment ein und das Ergebnis ist ein in der Intensität der Begegnungen unebener, aber durchweg sehenswerter Film, der am besten vielleicht das Gefühl von Freiheit vermittelt, das während einer guten Reise immer stärker wird.

Als Jurymitglieder haben mitgewirkt: Wilfried Hippen, Klaus Charbonnier, Gisela Gerst, Joachim Kurz, Heidrun Reshöft

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