"Aus der Praxis, für die Praxis" könnte man als eine dokumentarische Burleske bezeichnen, d.h. alles verläuft der Wahrheit entsprechend und wird dennoch bis zur Metapher konzentriert. Faktisch ist die Geschichte erfunden, ein solcher Klub existiert nicht wirklich. Tatsächlich setzt sich die Erzählung aber aus vielen Fragmenten zusammen, die der neu entstehenden russischen Kultur entnommen sind. Wochenschauen und Lehrfilme aus den 60-80er Jahren sind ebenso Vorlage für das Drehbuch gewesen wie Gespräche auf der Straße, in Schulen und Betrieben, oder Zeitungsnotizen und Fernsehberichte der letzten 2-3 Jahre. Das heißt, der Film schafft zunächst eine Realität und fügt diese dann, als gäbe es keinerlei Unterschied, in die bestehende Realität Rußlands im Jahre 1995 ein. In diesem Paradox spielen alle Beteiligten eine zweifache Rolle, eine inszenierte und eine naive. Die Darsteller, die ihrem Spiel die persönliche Geschichte nicht verweigern können. Das "Wohnmassiv", das wieder zum Modell getrimmt, jene Hoffnung auf eine schönere Gesellschaft zurückerhält. Und natürlich wir selbst, als filmendes Kollektiv, das im angeeigneten Blick den vergnügten Kommentar, die fremde Sicht, nicht verhehlen will.

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